Dienstag, 4. Oktober 2011

Wohl bekomm�s - verseuchter Honig & vergiftetes Denken

Sie kennen doch sicher alle Karl Heinz Bablok. Nicht? Na dann wird�s aber höchste Zeit. Karl Heinz Bablok ist 55, arbeitet für BMW in München und lebt in Kaisheim bei Donauwörth. Der Berufspendler ist zudem seit 20 Jahren Hobby-Imker, der 20 Bienenvölker mit 1 Mio. Bienen sein eigen nennt.

Soweit so gut, denken Sie? Eben nicht. Vor 8 Jahren wurde dem allseits zu Recht verhassten US-Konzern Monsanto (http://video.google.de/videoplay?docid=-7781121501979693623#) genehmigt, 500 Meter von seinen Bienenstöcken entfernt Mais der gentechnisch veränderten Sorte Mon 810 anzubauen. Demonstrationen nützten nichts, und Karl Heinz Bablok konnte und wollte nicht darauf warten, dass seit vergangenem Jahr der Anbau von MON 810 in Deutschland wieder verboten ist. Sie ahnen was kommt? Exakt, Geschichte wiederholt sich: David gegen Goliath.

Karl Heinz Bablok ließ seinen Honig beim staatlichen Institut für Lebensmitteltechnologie in Weihenstephan untersuchen, das Ergebnis war erschütternd: 4,1% der Pollen stammten von gentechnisch verändertem Mais. Aber wie Lokalpolitiker nun mal so ticken, �Wo kein Kläger, da kein Richter�, rieten sie ihm , weil sie keine öffentliche Diskussion über Gentechnik und verunreinigte Lebensmittel haben woll(t)en.

Wir überspringen, weil es ja inzwischen überall nachzulesen ist, den zeit- und geldaufwendigen Gang bis zum EuHG, Europäischen Gerichtshof, mit der Klage gegen den Freistaat Bayern auf Schadenersatz, in dem der Rebell Bablok - oh Wunder, es gibt noch Richter! � obsiegte. An dieser Stelle sei lediglich auf das dem Rebellen hilfreiche Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik hingewiesen.

Agrar- und Gen-Lobby mussten eine empfindliche Niederlage einstecken: Honigsorten, in denen sich geringste Spuren (0.9%) gentechnisch veränderter Pollen befinden, benötigen eine Zulassung, bevor sie auf den Markt gebracht werden dürfen, und Fachleute schätzen, dass 30% der in Europa erzeugten und nahezu 100% der aus Drittländern (hauptsächlich aus China, Nord-, Mittel- und Südamerika) eingeführten Honige aufgrund fehlender Zulassung nicht mehr verkehrsfähig sind. Schon was in Ihrem Lebensmittelgeschäft gemerkt?

In diesem Zusammenhang sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass viele Honige krebsauslösende und sehr giftige Pflanzenstoffe in bedenklichen Konzentrationen enthalten: �In 9% der rund 1300 seit 2009 untersuchten Probenhaben Labore Pyrrolizidin-Alkaloide gefunden. ... Besonders betroffen sei Rohhonig aus Süd- und Mittelamerika, aus dem die Abfüller Fertigware mischen�, wie eine Studie des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung belegt (www.taz.de. 04.09.2011).

Bleiben wir beim Thema Gentech-Problem: �Wenn der Schutz der gentechnikfreien Produktion als Maß für das Funktionieren der Koexistenz genommen wird, dann fällt sein Urteil (Anm. der Red.: Prof. Jack Heinemann, Molekularbiologe an der Neuseeländischen University of Canterbury) erbärmlich aus.� Und �... dass die erwünschte Trennung von GVO (Gentech) und Nicht-GVO zu unlösbaren Problemen führt. Die Koexistenzstrategie, beide Anbausysteme nebeneinander möglich zu machen, geht nicht auf� (www.grennpeace.org/switzerland/de 01.09.2011) .
Dass Konzerne, deren Lobbyisten und Politiker tausendfach ungestraft Lügen gestraft wurden, mag ein letztes Beispiel verdeutlichen: Eine Langzeitstudie der Veterinärmedizinischen Uniklinik Wien über mehrere Generationen zeigt, �dass genmanipulierter Mais Fruchtbarkeitsstörungen bei Mäusen auslösen kann. Wie aus der Studie hervorgeht, wurden die Versuchstiere über 20 Wochen und 4 Generationen mit einer aus NK 603 und Mon 810 gekreuzten Maissorte gefüttert. Diese Maissorten sind seit 2007 in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Erst in der 3. Mäusegeneration sind laut Studie zum ersten Mal �statistisch signifikante� Unterschiede bei der Anzahl der Nachkommen zwischen den Versuchstieren und der Kontrollgruppe aufgetreten. Auch in der 4. Generation hatten die mit Gentech-Mais gefütterten Tiere weniger Nachkommen� (www.taz.de 14.11.2008).

Berichte, dass mittels eines empfängnisverhütenden Gentech-Mais die Geburtenrate kontrolliert werden kann, hat bereits Bill Gates vorweggenommen, indem er über die Reduktion der Weltbevölkerung um 900 Mio. Menschen via Gesundheitssystem sprach. Vergiftetes Denken da, Babloks Sondermüllhonig hier.

Kehren wir also besser zurück in unseren Freistaat, der den Ausgangspunkt zu diesem Horrorszenario bildete und zur Schadensersatzleistung bestraft wurde. Wie steht�s damit vor unsrer Haustüre im isixx-Land? �Die Entscheider sitzen in Berlin� wird Karl Probst (SPD) zitiert, und seine Kollegen aus den anderen Parteien raspeln ähnliche Ausflüchte fehlender Zivilcourage. Aber warum denn in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah - es gibt sie doch, die Zivilcourage im Isartal: - auch Karl Heinz Bablok sei Dank!

Link zur Pressemitteilung:
http://www.newsmax.de/wohl-bekomms--verseuchter-honig--vergiftetes-denken-pressemitteilung85923.html